Kreative der Nordstadt

Alexander Wertkind

Alexander Wertkind

 Stell kurz Dich, Deine kreative Berufung (Künstler, Musiker, Designer, Fotograf etc.) und deine Arbeit vor.
Mein Name ist Alexander Wertkind und ich bin Prop Designer und Bildhauer. Ich arbeite mit Vorliebe plastisch und mit meinen Tätigkeiten versuche ich Künstler und Designer gleichzeitig zu sein.

In der Nordstadt war ich noch bis vor kurzem ausschließlich über die Nordstadtgalerie kuratorisch tätig und habe andere Künstler*innen dabei begleitet ihre Arbeit zu zeigen. Doch künstlerisch bin ich schon länger aktiv und treibe dies nun energischer voran.

Im letzten Jahr habe ich meinen Abschluss in Objekt- und Raumdesign gemacht und auf dem Weg dorthin Erfahrungen und Kenntnisse im Bereich Bühnenbild, Ausstellungsdesign, Kuration sowie im plastischen Kunsthandwerk gesammelt. Sowohl im, neben und vor dem Studium. Vornehmlich habe ich mich dabei als Prop Designer spezialisiert, also in Entwurf, Entwicklung und Bau von Bühnenplastik und Requisite. Am meisten für Fotografieprojekte. Doch die Bildhauerei betreibe ich frei.

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In welchem Raum (Atelier, Büro, Coworking Space, eigenes Wohnzimmer) arbeitest du in der Nordstadt und wo ist deine Hood (Borsigplatz, Nordmarkt, Hafen)?
Noch habe ich meinen Arbeitsbereich in meiner WG im Brückstraßenviertel. Dieses bezeichne ich gerne als „Vorgarten der Nordstadt“. Demnächst aber beziehe ich eine Werkstatt nahe des Borsigplatzes, wo ich mich bereits seit längerem bewege. Sobald diese eingerichtet ist, gebe ich das bekannt und man kann mich dort dann auch besuchen kommen.

 Was zeichnet deine Arbeiten aus? Wie sieht deine „kreative Handschrift“ aus?
Bekannt geworden bin ich vor allem für zwei Sachen: Gips und Wellpappe! Genau genommen sind es Alabaster und verschiedene Pappen und Kartons. Mit Alabaster arbeite ich seit sechs Jahren und habe mir dafür gewissermaßen ein eigenes Kunsthandwerk geschaffen, Mikro-Bildhauerei oder auch sublime Bildhauerei, denn die geschaffenen Skulpturen sind fast nie größer als eine Hand. Diese Skulpturen geben dann meistens die Oberflächen, Beschaffenheiten und Details von pflanzlichen Dingen wieder und kommen dann neu angeordnet wie in einem Relief zusammen.

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Bei der Wellpappe werden die Dinge schon etwas größer. Hier sind es neu interpretierte Nachbauten von Objekten weswegen ich diese Arbeiten „Papp‘replikas“ nenne. Meistens benutze ich das gewellte Innenleben der Wellpappe als Oberfläche und mache es so ganz bewusst sichtbar.

An welchen Herzensprojekten/Werken arbeitest du zurzeit?
Eigentlich arbeite und probiere ich immer wieder was Neues mit Alabaster und Wellpappe. Doch demnächst steht die vollständige Realisierung und Vorstellung meines Bühnenbild-Projekts „Dieses Ding mit der Kultur“ bevor. Hierbei handelt es sich um einen freistehendes architektonisches Bühnenelement in Gestalt eines Tetrapylons welches ich im öffentlichen Raum aufstellen möchte. Ein Tetrapylon ist ein antikes Bauwerk welches sehr an einen griechischen Tempel erinnert. Dieses hatte ich im Zuge meiner Abschlussprüfung entworfen, entwickelt und zum Teil auch aufgebaut sowie im Schaufenster der Nordstadtgalerie im letzten Herbst ausgestellt. Nun soll er vollständig und öffentlich aufgebaut werden und als ein Sinnbild für materielle Kulturgüter inszeniert werden.

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Was wäre dein Wunschprojekt in der bzw. für die Nordstadt und was braucht es hier nicht?
Grundsätzlich würde es mich schon freuen wieder mit der Initiative Umsich-T aktiv zu sein und darüber wieder ein kulturelles und künstlerisches Angebot in der Nordstadt bieten zu können. Doch darüber hinaus wünsche ich mir, dass noch mehr Vereine, Initiativen und Künstlerkollektive hier ihren Platz finden und von hier aus aktiv werden.

Welche kulturelle Veranstaltung (Ausstellung, Konzert, Lesung, Workshop) hast du zuletzt in der Nordstadt besucht und welche zukünftige Veranstaltung willst du auf keinen Fall verpassen?
Coronabedingt ist das Besuchen von kulturellen Veranstaltungen ja praktisch kaum möglich, weswegen mein letzter Besuch schon fast ein halbes Jahr zurück liegt. Dabei handelte es sich um eine Ausstellung im Langen August, an der ich selbst mitgewirkt und ausgestellt habe. In Zukunft würde ich mich ganz besonders auf die nächsten Offenen Nordstadtateliers freuen.

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An welchen Orten in der Nordstadt findest du Inspiration?
Als konkreten Ort kann ich den Hafen und den Hoeschpark nennen. Zwei Orte, die trotz ihrer Nähe zum wilden Nordstadt- und Großstadtgeschehen, ein Gefühl von Abgeschiedenheit und Ruhe geben. Jedoch allgemein erfreue und inspiriere ich mich überall gerne an den Häuserfassaden, die von rustikal bis elegant alles vertreten.

Was ist dein liebstes Fotomotiv in der Nordstadt?
Bisher war es das sogenannte Horrorhaus an der Kielstraße, welches jedoch nun seinem Ende entgegen sieht.

Welchen #Hashtag verwendest du sehr häufig?
Am häufigsten verwende ich wohl #purity, zu Deutsch Reinheit. Jedoch ist das auf die schonungslose Sichtbarkeit und Rohheit von Dingen und ihren Oberflächen bezogen. Ich mag es, dass Dinge als solches sichtbar sind wie sie sind. Ich bevorzuge sie so wie ich viele Menschen schätze: am liebsten ungeschminkt.

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Was sind deine Lieblingstreffpunkte zum Netzwerken in der Nordstadt?
Bislang war das immer die Speicherstraße gewesen. Hier gibt es das Atelier Amore und den Projektspeicher. Jedoch durch Corona und die derzeitigen Umbaumaßnahmen am Hafen und in der Straße kann ich das jetzt nur schwer beantworten. Doch darüber hinaus hielt ich mich kürzlich öfter in der Braunschweiger Straße auf, wo neben dem Langen August auch die Initiative Umsich-T und mehrere Künstler aktiv sind.

Wann und wo können sich Interessierte deine aktuellen Arbeiten/Werke/Projekte ansehen?
Auf besonderen Wunsch kann ich natürlich gerne zum Ansehen und Besichtigen zu mir einladen, aber die Wohnsituation ist gerade dafür nicht so optimal. Sobald ich aber meine neue Werkstatt am Borsigplatz bezogen habe, wird dies ohne Weiteres dann möglich sein. Jedoch spätestens bei den nächsten Offenen Nordstadt Ateliers werde ich dort Besuch empfangen können. An der Stelle verweise ich jedoch auch gerne auf meine Homepage sowie meinen Social Media-Kanal, wo ich u.a. auch meine Termine bekanntgebe.

Wo findet man dich und deine Arbeit online (Webseite, Social Media Accounts)?
Auf Instagram und Facebook findet man mich unter @wertkind. Seit Neuestem habe ich aber auch eine Homepage: https://www.wertkind.com