Helden oder Kriminelle?

Kategorie
Sonstiges
Datum
09.04.2019 19:00
Veranstaltungsort

Dietrich-Keuning-Haus
Leopoldstr. 50-58
44147 Dortmund
Wenn die Rettung von Menschen im Mittelmeer politisch wird. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "KulturellLeben" kommen in einer Podiumsdiskussion drei AkteurInnen der Organisationen Sea-Watch, Sea-Eye und Mission Lifeline zu Wort. Thematisiert werden sollen u.a. das Sterben im Mittelmeer, die Abschottung Europas sowie die Kriminalisierung der HelferInnen der Organisationen. Menschen versuchen aus purer Verzweiflung, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Viele von ihnen bezahlen diese riskante Überfahrt mit ihrem Leben - u.a. aufgrund der ausbleibenden Hilfe und Rettung seitens der EU und ihrer Mitgliedsstaaten. Mehrere zivile Organisationen haben sich der Seenotrettung auf dem Mittelmeer verschrieben. Obwohl sie gemäß internationalem Seerecht eine Verpflichtung an alle Schiffe darstellt, gerät die Seenotrettung in letzter Zeit mehr und mehr in die Kritik, entspricht ihr Engagement für die Rettung von Menschenleben doch nicht mehr der europäischen Politik der Abschottung und Abschreckung. Seenotrettung wird nicht mehr gewürdigt, sondern kriminalisiert und mit dem Vorwurf der direkten oder indirekten Unterstützung von Schleusern konfrontiert. Wie die AkteurInnen mit dieser neuen Situation umgehen, inwiefern sie in ihrem Engagement und an der Rettung von Menschen in Not gehindert werden, soll mit den drei Gästen diskutiert werden, denn die Rettung von Menschen wird nicht nur politisiert, sondern kriminalisiert. Diane Glossop ist 55 Jahre alt, Krankenschwester und seit 2017 Aktivistin bei Sea Eye. Im Mai 2017 ist sie ihre erste Mission als Paramedic mitgefahren, bei der 664 Menschen gerettet wurden. Im Sommer 2018 fuhr sie ihre vorletzte Mission mit dem Schiff Seefuchs. 119 Menschen wurden dabei gerettet. “Malta hatte uns den Hafen verweigert, so dass sie nach Sizilien fahren mussten”, erinnert sich Diane Glossop. Ihr letzter Einsatz war die Odyssee während der Weihnachtsmission Ende 2018 mit dem Schiff Professor Albrecht Penck. Till Klein ist 30 Jahre alt, Assistenzarzt in der Uniklinik in Aachen, Klinik für Anästhesiologie, nebenberuflich leitender Druckkammer-Arzt der GTÜM e.V. und am Druckkammer-Zentrum in Aachen als Taucher- und Druckkammerarzt zuständig. Zusätzlich ist er Notarzt und Flugarzt nebenbei und ehrenamtlich für Sea-Watch seit 2018 aktiv auf der SeaWatch 3 sowie in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Claus-Peter Reisch, 58, ist gelernter Kfz-Mechatroniker. Bekannt wurde er durch seine Tätigkeit als Schiffsführer der Lifeline der Mission Lifeline, die Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer aufgegriffen und in europäische Häfen gebracht hat. Der Eintritt ist frei. Moderiert wird die Podiumsdiskussion vom bodo-Redakteur Bastian Pütter. Anmeldungen sind aus organisatorischen Gründen unter svschmidt(at)stadtdo.de wünschenswert. Die Veranstaltungsreihe KulturellLeben wird präsentiert von Planerladen e.V., Dietrich-Keuning-Haus und Multikulturelles Forum e.V. in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW, bodo e.V., Train of Hope e.V., Seebrücke-Dortmund und Flüchtlingspaten Dortmund e. V. Quelle: das Dortmunder Stadtportal