20 Jahre „Engel der Nordstadt“
Ehrenamtspreis für 2025 beim Neujahrsempfang verliehen

Die drei „Engel der Nordstadt“ für 2025 sind beim Neujahrsempfang des Dietrich-Keuning-Hauses am Samstag, 31. Januar, ausgezeichnet worden: Die Kana Suppenküche, die Jugendverkehrsschule im Fredenbaum und die Straßenfußballliga Nordstadtliga nahmen den Ehrenamtspreis für ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz entgegen. Bezirksbürgermeisterin Hannah Rosenbaum, Kerstin Furkert, stellvertretende Leiterin des Amts für Stadterneuerung, und die Stiftungsmanagerin der BVB-Stiftung „leuchte auf“, Maike Vollmer, überreichten die kunstvollen Engel-Skulpturen im feierlichen Rahmen.
Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Engel-Verleihung bedankte sich das Quartiersmanagement Nordstadt außerdem beim Initiator und engagierten Unterstützer des Ehrenamtspreises, Christian Schmitt. Als Anerkennung überreichte das Team dem Geschäftsführer des Wohnungsunternehmens Julius Ewald Schmitt stellvertretend für den Stadtteil ein kleines Dankeschön.

Seit 2005 verleihen das Stadtbezirksmarketing und das Quartiersmanagement Nordstadt jährlich die Auszeichnung „Engel der Nordstadt“ – eine Ehrung für Menschen, die sich mit außergewöhnlichem Einsatz für das Miteinander im Stadtteil starkmachen. Mit der Auszeichnung werden Ehrenamtliche gewürdigt, die durch ihre Zeit, Energie und Leidenschaft zu wichtigen Stützen des gemeinschaftlichen Lebens in der Nordstadt werden.
Für 2025 wählte die Lenkungsgruppe des Stadtbezirksmarketings Innenstadt-Nord aus nahezu 20 Vorschlägen die Preisträger*innen aus – eine besonders anspruchsvolle Entscheidung angesichts der Vielzahl beeindruckender Initiativen und engagierter Einzelpersonen. Die Vorschläge verteilten sich auf die Bereiche Sport, Kunst, Kultur, Umwelt/Nachhaltigkeit und Soziales.

Die erste Würdigung des Abends sprach Bezirksbürgermeisterin Hannah Rosenbaum und ehrte die Kana Suppenküche. „Die Kana Suppenküche ist seit über 30 Jahren eine feste Größe in der Dortmunder Nordstadt. Es ist mehr als Zeit für einen Engel“, so Rosenbaum „und ich freue mich sehr, ihn heute an den Verein überreichen zu können.“
An vier Tagen die Woche wird in der Mallinckrodtstraße 114 gemeinsam geschnippelt und gekocht: Teams aus sechs bis sieben ehrenamtlichen Helfer*innen versorgen im Gasthaus der Kana Suppenküche bis zu 300 Personen mit einer warmen Mahlzeit. Suppe gibt es für alle, die kommen möchten – unabhängig von Herkunft oder Lebenslage. Die Suppenküche entstand Anfang der 1990er-Jahre, als die Not vieler Menschen sichtbar wurde und bestehende Hilfsangebote nicht ausreichten. Zuerst wurden die Eintöpfe in privaten Haushalten gekocht und an verschiedenen Orten im Stadtteil ausgegeben. Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten war nicht leicht und so zog die Suppenküche mehrfach um, bis schließlich die heutigen Räume bezogen werden konnten. Bis heute wird die Arbeit vollständig von Ehrenamtlichen getragen, finanziert durch Spenden und ergänzt durch Lebensmittelspenden aus dem lokalen Handel. Die Suppenküche verbindet praktische Hilfe mit politischem Engagement: Kana macht auf Ursachen von Armut und Obdachlosigkeit aufmerksam und engagiert sich gegen die Verdrängung wohnungsloser Menschen.
Leider war es den Ehrenamtlichen der Kana Suppenküche nicht möglich, persönlich an der Preisverleihung teilzunehmen. Das Quartiersmanagement Nordstadt hat die Skulptur stellvertretend in Empfang genommen und überreicht sie zeitnah.

Kerstin Furkert, stellvertretende Leiterin des Amts für Stadterneuerung, schloss sich mit weiteren auszeichnenden Worten für die Jugendverkehrsschule im Fredenbaum an und übergab den zweiten Engel an diesem Abend. „Ehrenamtliche Kräfte bringen hier jährlich fast 6.000 Grundschüler*innen mit Geduld und Humor das Fahrradfahren im Straßenverkehr bei. Sie schaffen damit Sicherheit und stärken die Kinder auf ihrem Weg in die Unabhängigkeit. Diese Leistungen für die junge Nordstadt verdienen hohe Anerkennung“, sagte Furkert.
Die Jugendverkehrsschule im Fredenbaum gibt es seit Ende der 1950er Jahre. Auf dem ca. 8.000 qm großen Gelände können Verkehrssituationen im geschützten Rahmen realitätsnah erprobt werden. Umfangreiche Erneuerungen der Anlage und die Ausstattung mit weiteren Verkehrsmitteln lassen die Verkehrsschule seit Anfang 2023 wieder in neuem Glanz erstrahlen. Die Geschäftsführung obliegt der Stadt Dortmund, aber es sind ehrenamtliche Mitglieder des ADFC Dortmund und der Verkehrswacht Dortmund., die jeden Morgen für die kleinen Besucher*innen bereitstehen. Ob Kindergartenkinder oder Grundschüler*innen - zurück bleibt für die Kinder die positive Erfahrung eines grünen Nordens mit hilfsbereiten, kompetenten Menschen, die ihnen spielerisch Wissen vermitteln. Neben praktischen Trainings runden Sicherheitsüberprüfungen von Fahrrädern, Helmen und theoretische Inputs das ehrenamtliche Engagement der Verkehrswacht Dortmund und des ADFC Dortmund ab.

Maike Vollmer, Stiftungsmanagerin der BVB-Stiftung „leuchte auf“, hielt die letzte Laudatio des Abends und überreichte einen Engel an die Nordstadtliga. „Die Nordstadtliga schafft ein großartiges Angebot, das weit über das Fußballspielen an sich hinausgeht und mit seinem integrativen Charakter Strahlkraft entwickelt. Auch dieses Projekt wäre ohne ehrenamtlichen Einsatz so nicht möglich. Das verdient Würdigung.“
Die Nordstadtliga ist ein ganzjähriges Angebot für Kinder und Jugendliche der Dortmunder Nordstadt, das eine sinnvolle und kostenfreie Freizeitbeschäftigung anbietet. Seit ihrer Gründung 2001 geht es bei der Nordstadtliga viel - aber nicht nur - um Fußball: Über den Sport und weitere kulturelle Aktivitäten werden Kinder und Jugendliche in gesellschaftliche Strukturen eingebunden. Unabhängig von Herkunft, Geschlecht und religiöser Identität setzt sich sie die Straßenfußballliga für Chancengleichheit und Teilhabe ein. Themen wie Gesundheitsförderung, ein angemessener Umgang mit Konflikten und Partizipation gehen dabei Hand in Hand. Die Nordstadtliga engagiert sich aktiv gegen Diskriminierung und mit „Nordstadtliga Queens" gibt es ein kultursensibles Angebot, das sich insbesondere an Mädchen richtet. Die Nordstadtliga wird in Kooperation zwischen dem Jugendamt Dortmund, dem AWO Unterbezirk Dortmund sowie dem Fan Projekt Dortmund durchgeführt und ist ein Leuchtturmprojekt der BVB-Stiftung „leuchte auf“. Unterstützt von rund 70 Ehrenamtlichen ist die Liga ein verlässlicher und nicht mehr wegzudenkender Anker im Stadtteil und ein starkes Beispiel für gelebtes Engagement.
Schon jetzt ruft das Quartiersmanagement Nordstadt dazu auf, neue Vorschläge für den Engel der Nordstadt 2026 einzureichen. Dies ist zu jeder Zeit möglich: Einfach per E-Mail an
Das Quartiersmanagement Nordstadt arbeitet im Auftrag des Amts für Stadterneuerung. Finanziert wird es aus dem Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ des Bundes und des Landes NRW sowie mit Mitteln der Stadt Dortmund.
Fotos ©Lennart Neuhaus
Titelfoto und Foto 3, von links nach rechts: Preisträger der Jugendverkehrsschule am Fredenbaum, Engel-Initiator Christian Schmitt, Laudatorin Kerstin Furkert – stellvertretende Amtsleiterin Amt für Stadterneuerung, Till Blackstein vom Quartiersmanagement Nordstadt
Foto 1: Ehrung von Christian Schmitt für 20 Jahre Unterstützung der Engel der Nordstadt
Foto 2: Gruppenfoto der Beteiligten des Neujahrsempfangs 2026
Foto 4, von links nach rechts: Laudatorin Maike Vollmer – Stiftungsmanagerin der BVB-Stiftung „leuchte auf“, Preisträger der Nordstadtliga, Engel-Initiator Christian Schmitt, Till Blackstein vom Quartiersmanagement Nordstadt















